
Ein Preis für nachhaltige Wirkung.
Die Susanne und Gerd Litfin Stiftung ist seit 2007 als Förderer zahlreicher gemeinnütziger Projekte im südniedersächsischen Raum tätig. Fast zweihundert Vorhaben wurden bisher unterstützt. Darunter sind viele Highlights, die in der Region und darüber hinaus bemerkenswerte Anerkennung fanden.
Anlässlich des 10-jährigen Bestehens hat die Stiftung erstmalig einen Preis ausgelobt, der mit 5.000 EUR und einer Bronzeskulptur von Oliver Pohl ausgestattet ist. Mit ihm werden Menschen geehrt, die durch ihre Initiative die Stadt und Region positiv und nachhaltig verändern. Der Preis wird jährlich ausgeschrieben und auf dem Wirtschaftsempfang der südniedersächsischen Wirtschaft vergeben.
Die Preisjury besteht aus dem Kuratorium der Susanne und Gerd Litfin Stiftung, dem Leiter der Geschäftsstelle Göttingen der Industrie- und Handelskammer Hannover sowie weiteren externen Personen.
Aktueller Preisträger
Thomas Fritsch & Steffen Baumbach
Gemeinsam laufen. Gemeinsam helfen.
Aus einer Idee wurde eine Bewegung: Der Göttinger Lichterlauf verbindet sportliches Engagement mit gelebter Solidarität und unterstützt seit vielen Jahren das Elternhaus für das krebskranke Kind Göttingen.
Initiator des Lichterlaufs ist Thomas Fritsch. Mit großem persönlichem Einsatz hat er eine Veranstaltung geschaffen, die jedes Jahr tausende Menschen zusammenbringt und weit über die Region hinaus Aufmerksamkeit erfährt. Der Lauf ist längst zu einem festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Göttingen geworden.
Von Beginn an engagierte sich auch Steffen Baumbach für dieses Anliegen. Mit der Initiative „Jedes Training zählt“ entwickelte er eine weitere Idee, um Sport und soziales Engagement miteinander zu verbinden. Aus vielen kleinen Beiträgen entstand eine starke Gemeinschaft, die gemeinsam Spenden für den guten Zweck sammelt.
Beide Preisträger zeigen eindrucksvoll, wie aus persönlichem Engagement langfristige Projekte entstehen können, die Menschen verbinden und gleichzeitig konkrete Hilfe ermöglichen.
Frühere Preisträgerinnen und Preisträger
- 2024
Hilmar Beck
Ein Leben für die Kultur
Kaum eine Persönlichkeit hat die Kulturlandschaft Göttingens so nachhaltig geprägt wie Hilmar Beck.
Während seiner langjährigen Tätigkeit als Kulturamtsleiter setzte er wichtige Impulse für das kulturelle Leben der Stadt. Ausgezeichnet wird er jedoch insbesondere für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement.
Sowohl das Göttinger Jazzfestival als auch das Literarische Zentrum Göttingen begleitet Hilmar Beck seit ihren Anfängen mit großem Einsatz und in verantwortungsvollen Funktionen. Über viele Jahre hinweg hat er dazu beigetragen, dass beide Einrichtungen zu festen Größen im kulturellen Leben Göttingens wurden.
Mit seiner Leidenschaft, seiner Verlässlichkeit und seinem unermüdlichen Engagement hat Hilmar Beck die kulturelle Vielfalt der Region entscheidend mitgestaltet und bereichert.
Foto · Hilmar Beck - 2023
Tete Böttger
Andenken an Georg Christoph Lichtenberg
Kaum jemand hat sich so nachhaltig für die Erinnerung an Georg Christoph Lichtenberg eingesetzt wie Tete Böttger.
Mit großer Leidenschaft machte er das Leben und Wirken des bedeutenden Göttinger Wissenschaftlers, Schriftstellers und Aufklärers weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Ausstellungen, Veröffentlichungen und internationale Projekte trugen dazu bei, Lichtenbergs Gedanken einem breiten Publikum zugänglich zu machen.
Ein sichtbares Zeichen seines Engagements ist die Lichtenberg-Statue vor dem Alten Rathaus in Göttingen. Sie erinnert bis heute an einen der bedeutendsten Köpfe der Stadtgeschichte und an den Menschen, der sich mit außergewöhnlicher Beharrlichkeit für dessen Andenken eingesetzt hat.
Foto · Tete Böttger - 2021
Johannes-Peter Herberhold
Kultur auch in schwierigen Zeiten
Der Göttinger Literaturherbst gehört heute zu den bedeutendsten Literaturfestivals im deutschsprachigen Raum. Es wurde 1992 von Christoph Reisner gegründet und 2014 nach seinem Versterben von Johannes-Peter Herberhold sehr erfolgreich fortgeführt.
Besonders eindrucksvoll zeigte sich sein Engagement während der Corona-Pandemie. Mit dem digitalen Format „Literaturherbst ON AIR“ gelang es, das Festival trotz außergewöhnlicher Herausforderungen einem breiten Publikum zugänglich zu machen.
Wo vielerorts Veranstaltungen abgesagt wurden, entstanden in Göttingen neue Wege der Kulturvermittlung. Johannes-Peter Herberhold bewies damit Mut, Kreativität und die Fähigkeit, auch unter schwierigen Bedingungen Chancen zu erkennen und zu nutzen.
Foto · Johannes-Peter Herberhold - 2020
Veronika Frels
Wegbereiterin der Palliativmedizin
Die Palliativmedizin in Göttingen genießt weit über die Region hinaus Anerkennung. Einen entscheidenden Anteil daran hat Veronika Frels.
Als Gründerin und langjährige Vorsitzende des Fördervereins für das Palliativzentrum hat sie sich mit außergewöhnlichem Engagement für schwerkranke Menschen und ihre Angehörigen eingesetzt. Mit großer Beharrlichkeit gelang es ihr, Unterstützer, Spender und Sponsoren für dieses wichtige Anliegen zu gewinnen.
Veronika Frels verbindet organisatorische Stärke mit großer Menschlichkeit. Ihr Einsatz hat dazu beigetragen, die Palliativversorgung in Göttingen nachhaltig zu stärken und vielen Menschen in schwierigen Lebenssituationen Unterstützung und Begleitung zu ermöglichen.
Foto · Veronika Frels - 2019
Prof. Dr. Eva-Maria Neher
Begeisterung für Naturwissenschaften wecken
Mit dem XLAB hat Prof. Dr. Eva-Maria Neher einen Ort geschaffen, an dem junge Menschen Naturwissenschaften nicht nur kennenlernen, sondern selbst erleben können.
Was im Jahr 2000 mit einer visionären Idee begann, hat sich zu einer international anerkannten Bildungseinrichtung entwickelt. Zehntausende Schülerinnen und Schüler aus vielen Ländern haben hier bereits experimentiert, geforscht und ihre Begeisterung für Naturwissenschaften entdeckt.
Mit Kreativität, Beharrlichkeit und großem persönlichem Engagement hat Prof. Dr. Eva-Maria Neher das XLAB aufgebaut und geprägt. Ihr Wirken zeigt eindrucksvoll, wie Bildung Neugier wecken, Talente fördern und Lebenswege beeinflussen kann.
Foto · Prof. Dr. Eva-Maria Neher - 2018
Dr. med. Thomas Suermann
Mehr Bewegung für mehr Bildung
Mit dem Projekt „fit für PISA“ hat Dr. Thomas Suermann eine Idee verwirklicht, die weit über den klassischen Sportunterricht hinausgeht. Sein Ziel: Kindern und Jugendlichen mehr Bewegung im Schulalltag zu ermöglichen und damit ihre Entwicklung nachhaltig zu fördern.
Aus dem ursprünglichen Konzept entstand mit „fit für pisa+“ ein umfassendes Programm, das Bewegung, Ernährung und Gesundheitsförderung miteinander verbindet. Heute profitieren zahlreiche Schulen und Klassen von diesem Ansatz.
Dr. Thomas Suermann ist Initiator, Namensgeber und bis heute engagierter Begleiter des Projekts. Sein Einsatz zeigt, wie aus einer guten Idee ein langfristig wirksames Angebot für junge Menschen werden kann.
Foto · Dr. med. Thomas Suermann - 2017
Wolfgang Brunk
Erhalt der historischen Erdbebenwarte
Als die historische Wiechert’sche Erdbebenwarte im Jahr 2005 vor dem Aus stand, drohte ein einzigartiges Stück Wissenschaftsgeschichte verloren zu gehen. Dank des Engagements von Wolfgang Brunk konnte dies verhindert werden.
Mit großer Ausdauer setzte er sich für die Gründung des Vereins Wiechert’sche Erdbebenwarte Göttingen ein und begleitete die Übernahme des Geländes mit seinen Gebäuden, Geräten und Instrumenten. Dadurch blieb eine der bedeutendsten geophysikalischen Forschungsstätten der Welt erhalten.
Heute ist die Erdbebenwarte nicht nur ein wertvolles technisches Denkmal, sondern auch ein lebendiger Ort der Wissensvermittlung. Der Einsatz von Wolfgang Brunk hat maßgeblich dazu beigetragen, dieses besondere Zeugnis der Wissenschaftsgeschichte für kommende Generationen zu bewahren.
Foto · Wolfgang Brunk